Eine Chronik der Verdammten · Est. 1991

San Franciscoby Night.

Die goldene Stadt, in der Blut auf Chi trifft und vom Nebel verschlungen wird.

Hinab
Das Manifest

Willkommen in der
Domäne der toten Könige.

San Francisco ist eine Stadt der Übergänge — gebaut auf Erdbebenrissen, auf Goldrauschträumen, auf den Knochen jener, die kamen, um reich zu werden, und blieben, um zu verschwinden. Für die Verdammten ist sie die perfekte Bühne: zu kosmopolitisch, um eine einzige Macht zu dulden, zu eng, um den Krieg lange zu vermeiden.

Hier bedeutet die Maskerade nicht Stille — sie bedeutet, lauter zu lügen als alle anderen.

Unsere Chronik spielt im San Francisco der Gegenwart, irgendwo zwischen den marmornen Sälen Pacific Heights und den gefrorenen Kühlhallen am Fisherman's Wharf. Camarilla-Etikette an einem Abend, Anarchen-Aufstand am nächsten — und immer, immer der Schatten der östlichen Höfe, die seit Generationen ihre eigene Stadt unter unserer führen.

Die Domäne

Neun Viertel —
neun Schlachtfelder.

Die Bay Area lässt sich nicht regieren wie Chicago oder New York. Jede Nachbarschaft trägt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Götter, ihre eigenen Jäger. Wer hier Macht beansprucht, beansprucht nur ein Zimmer in einem Haus mit tausend Türen.

Skyline von San Francisco bei Nacht unter Vollmond
— 01
Downtown & Nob Hill
Sitz der Camarilla

Marmor, Mahagoni und uralte Verträge. Hier residiert der Prinz — und hier endet die Höflichkeit zuerst.

Chinatown in San Francisco mit roten Lampions
— 02
Chinatown
Domäne der Kuei-Jin

Ihre Höfe waren hier, bevor die Cainiten kamen. Sie werden noch hier sein, wenn niemand mehr da ist.

Japantown San Francisco bei Nacht
— 03
Japantown
Neutraler Boden

Ein zerbrechlicher Frieden, gehalten von Höflichkeit, Klingen und sehr alten Geistern.

Fisherman's Wharf bei Nacht
— 04
Fisherman's Wharf
Schmuggel & Sterben

Eis, Salz, und alles, was man darin verschwinden lässt. Niemand fragt nach den Booten, die nachts nicht zurückkehren.

Friedhof mit Giovanni-Mausoleum
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Colma — die Stadt der Toten
Reich der Giovanni

Mehr Tote als Lebende. Genau, wie die Familie es mag.

Mission District Straße bei Nacht
— 06
The Mission
Anarchen-Territorium

Wer hier blutet, blutet auf Murals von Heiligen, die längst niemand mehr anbetet.

Anarchen am Hafen mit Bay Bridge
— 07
Hunter's Point
No Gods, No Masters

Container, Schrott, Feuer in Blechtonnen — und ein Banner, das niemand wagt herunterzureißen.

Castro Theater Neon
— 08
The Castro
Mitternachtskino

Hier wird die Nacht nicht erlitten — sie wird gefeiert. Und einige feiern länger als andere.

Alcatraz Gefängnis
— 09
Alcatraz
Verbotenes Gelände

Die Insel ist seit 1963 leer. Offiziell. Was darunter wartet, hat dort niemand eingesperrt — nur vergessen.

Die Fraktionen

Vom Adel der Nacht
und seinenVerrätern.

Maskenball der Camarilla in San Francisco
I — Die Bewahrer

Die Camarilla

„Wir sind die Maskerade. Niemand sonst."

Der Prinz hält Hof in einem Penthouse über der Embarcadero und tut so, als wäre die Stadt sein. Tradition, Etikette, ein Tropfen Gift im Champagner — die Camarilla regiert San Francisco, indem sie gleichzeitig zwölf Lügen aufrechterhält und keine davon platzen lässt.

Ventrue Toreador Nosferatu Malkavianer Brujah
Frau in traditionellem Gewand in der Chinatown von SF
II — Die Östlichen Höfe

New Promise Mandarinate

„Eure Maskerade ist nicht unsere Lüge."

Sie nennen sich nicht Vampire. Sie verachten den Begriff. In den Höfen unter Chinatown wird ein anderer Krieg geführt — älter, formaler, viel weniger nachsichtig. Das Mandarinate ist die jüngste der östlichen Versammlungen, gegründet aus den Trümmern überseeischer Höfe, und es betrachtet San Francisco als sein westlichstes Tor.

Doch das fragile Gleichgewicht ist zerbrochen. Der Daimyo des Hauses Bishamon wurde in seiner Zuflucht vernichtet.Der Mörder verschwand wie Rauch über dem Pazifik. Was zurückblieb: ein verwaistes Haus, eine Linie ohne Spitze, drei loyale Schüler, die zu jung sind, um zu führen, und zu stolz, um zu fliehen. Seitdem schleichen die anderen Häuser durch die Gassen wie hungrige Wölfe um eine offene Tür. Haus Genji spricht von Erbansprüchen aus alten Verträgen. Der Goldene Hof bietet „Schutz" an, der niemals gratis ist. In den Räucherstäbchenhallen fallen jeden Mond mehr Namen, und niemand weiß mehr, wer noch zum Mandarinate gehört — und wer schon zur Beute geworden ist.

Haus Bishamon Haus Genji Goldener Hof
Verlassener Servicetunnel mit verworrener Gestalt aus Lianen und Ranken
III — Das Verborgene

Der Kult des Wurm

„Was unter der Erde wartet, schläft nicht."

Niemand weiß, wann sie kamen. Niemand weiß, wer ihnen vorsteht. Was der Hof weiß: in den nördlichen Vierteln — Marin Headlands, die alten Tunnel hinter der Presidio, die stillgelegten Service-Schächte unter Fort Mason — verfolgt etwas einen Plan, der nicht von Ehrfurcht vor der Maskerade gebremst wird. Wer ihre Boten gesehen hat, spricht nicht mehr darüber. Das Schlimmste an ihnen ist nicht, was sie sind. Es ist, wem sie dienen.

Seit Dr. Pershing verschwinden, weiß niemand mehr, wer noch sauber ist. In wem nistet der Wurm? Wer hustet bloß, weil das Wetter umschlägt — und wer hustet, weil sich etwas in seinen Lungen häuslich eingerichtet hat? Wer ist krank, wer ist verwandelt, wer ist Diener? Pershing hätte es untersuchen können. Pershing ist tot. Und das Misstrauen breitet sich schneller aus als die Krankheit selbst.

Anathema Unbekannte Bluts­linien Fleischpflanzen
Verlassenes Penthouse-Gewächshaus mit thaumaturgischem Sigil über der Skyline
IV — Die Pyramide ohne Spitze

Der Tremere

„Wir waren viele. Wir sind wenige. Wir sind noch da."

Die meisten wurden ermordet. Was beim letzten Elysium in San Francisco geschah, hat einen Namen, den niemand laut ausspricht. Heute zählt der gesamte aktive Bestand an Tremere in der Bay Area an einer Hand — und keiner von ihnen sagt offen, wo er den Tag verbringt.

Schlimmer als das Sterben sind die Gerüchte: Der Pontifex vernichtet, zu Asche zerfallen und seine Überreste in einem uheiligen Ritual entweiht. Seitdem flüstert der Hof, was niemand hören will — dass die Tremere nicht zufällig dezimiert wurden, sondern verbunden. Mit dem Kult des Wurm. Was haben sie vor? Was sind ihre nächsten Schritte, jetzt wo der Pontifex tot ist? Die Camarilla beobachtet jeden ihrer verbliebenen Schritte mit nervöser Höflichkeit. Niemand weiß, ob die Tremere ihre eigenen Mörder sind — oder die nächsten Opfer.

Tremere Verlassene Chantries Verdächtige
Beobachter blickt auf die Golden Gate Bridge
Mann im Anzug am Hafen
Verhüllte Gestalt in dunkler Gasse
Mausoleum bei Mondlicht

„Sie hatten gedacht, der Tod sei ein Ende. Wir sind nur das, was passiert, wenn das Ende sich weigert anzukommen."

— aus dem Tagebuch eines Anonymus, 1957
Eine Einladung

Prince WindersAngebot.

Der Hof lässt grüßen. Pacific Heights wartet auf neue Hände — acht Domänen, acht Gelegenheiten, sorgfältig zusammengestellt für jene, denen der Prinz sein Vertrauen ausspricht. Was darin steht, ist für eure Augen bestimmt. Was darunter liegt, ist eine Frage des Losungsworts.

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